Gemeinsam für einen Neuanfang im Bistum Chur

petition-gemeinsam-fuer-neuanfang-churMit der Petition „Gemeinsam für einen Neuanfang im Bistum Chur“ macht sich die Allianz „Es reicht“ stark für einen apostolischen Administrator, wenn es um die Nachfolge von Bischof Vitus Huonder geht. Huonder wird am 21. April nächsten Jahres 75 und muss gemäss Kirchenrecht dem Papst seinen Rücktritt anbieten.

Von Erwin Koller

Wenn kirchliche Reformorganisationen in der Not ausgerechnet von Rom Hilfe erwarten, mag das dialektisch erscheinen. Doch gelegentlich muss man den Ball dorthin zurückspielen, wo das Unbehagen seinen Ursprung hat. Die Allianz «Es reicht» hat schon vor zwei Jahren für einen Neuanfang im Bistum Chur demonstriert und nun am 11. November in Chur eine entsprechende Petition lanciert. Aus zwei Gründen:

  1. Die Wahl des neuen Bischofs soll unter optimalen Bedingungen stattfinden. Um Spaltungen im Kirchenvolk zu überbrücken und Streit, Gram und Verzweiflung zwischen Seelsorgenden und Bischof zu überwinden, soll Rom für ein paar Jahre einen breit abgestützten Administrator einsetzen, der Brücken baut, Gräben zuschüttet und neues Vertrauen schafft. Dann soll in der vorgesehenen Weise ein Bischof gewählt werden.
  2. Jede Bischofswahl hat Auswirkungen auf die ganze Kirche Schweiz und auf das religiöse Klima in unserem Land. Nicht nur das Bistum Chur benötigt Heilung. Eine vertrauensvolle Kooperation braucht auch die Bischofskonferenz und die vielen sprachregionalen und gesamtschweizerischen kirchlichen Dienste und Institutionen. Erst das schafft in der Öffentlichkeit Vertrauen. Medien halten sich an keine Bistumsgrenzen. Läuft in „Chur“ was schief, greift man sich auch in Basel und Bern den Kopf. «Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit» (1.Kor 12,26). Wir erwarten darum, dass die Bischöfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Petition unterstützen, und freuen uns, dass zwei Generalvikare und ein emeritierter Bischof ebenso denken.

12 wichtige Reformorganisationen lancieren die Petition, und namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Kirche unterstützen sie. Das Verfahren der Bischofswahl ist nicht tangiert. Und die alte Tradition, wonach „wer allen vorstehen soll, auch von allen gewählt werden muss“ (Papst Leo der Grosse), ist den Traditionalisten ja ohnehin ein Dorn im Auge.

Wir freuen uns, wenn Sie elektronisch oder auf einem Unterschriftenbogen unterschreiben: https://allianzesreicht.wordpress.com

Erwin Koller, Präsident der Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche

 

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