Mobbing in den Kirchen

Mobbing in den Kirchen – gibt es so etwas überhaupt? Selbstverständlich! Doch einiges spricht dafür, dass es Unterschiede gibt im Vergleich zum Mobbing in anderen Institutionen und in Firmen.

Von Christian Urech

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3 Kommentare:

  1. Liebes Redaktionsteam des Aufbruchs und Publik Forum!
    Dass es Mobbing in den Kirchen gibt habe ich als kirchlicher Mitarbeiter selber bitter erfahren müssen. Dass es aber
    in der Schweiz noch keine spezialisierte Stelle für Mobbingopfer gibt, wie das im Artikel von Christian Urech zu lesen ist, stimmt so nicht. Seit den 70-er Jahren wurde aus diesen Gründen der Verband Kirchlicher Berufe gegründet.
    Der Verband war an die Gewerkschaft des Christlich Nationalen Gewerkschaftsbundes der Schweiz CNG, beziehungsweise an den VCHP Schweiz angeschlossen. Der erste Fall eines Mitgliedes von diesem VKB war ein Mobbigopfer, einem Franziskaner Pater, dem fristlos gekündigt worden ist , weil er standesamtlich geheiratet hat. Vor dem Verwaltungsgericht bekam dieser kirchliche Mitarbeiter Recht und wurde finanziell entschädigt.
    Heute nach mehr als 40 Jahren vertritt SYNA-Kirchliche Berufe alle Mitglieder die im kirchlichen Dienst arbeiten ob in Reformierten oder Katholischen Kirchgemeinden.
    Es ist geradezu symptomatisch, dass kirchliche Medien die Existenz gewerkschaftlicher Aktivitäten lieber nicht publizieren, weil befürchtet wird, dass Religion einen politischen Nachgeschmack erhalten könnte. Zum Leidwesen
    vieler Mitarbeiter im kirchlichen Dienst, die oft beklagen, und sich fragen, wie sozial ist eigentlich die Kirche in der
    wir mit viel Engagement arbeiten.
    Mario Crola, 8236 Büttenhardt Schaffhausen (SYNA Kirchliche Berufe-Mitglied Nr.205566)

  2. Esther Gisler Fischer

    Da kann ich Ex-Vorstandskollege Mario nur zustimmen!

    Zu sagen ist jedoch, dass zumindest für reformierte Pfarrerinnen der Schweizerische Reformierte Pfarrverein gewerkschaftliche Anliegen aufnimmt und vertritt.

  3. Vielen Leitungsverantwortlichen in der katholischen Kirche mangelt es an Professionalität und Fachkenntnissen bezüglich Personalführung, Konfliktmanagement und Toleranz gegenüber anderen Wert- und Moralvorstellungen. Unangenehmen Entscheidungen wird ausgewichen, insbesondere wenn man mit öffentlichen Protesten, Gerichtsverfahren und Kirchenaustritten rechnen muss. Statt zu entscheiden, bindet man zu viele Personen oder Gruppen in die Entscheidungsfindung ein – am Schluss mischen sich selbst Leute ein, die das gar nichts angeht. Es folgen endlose Sitzungen über den richtigen Lösungsweg, die nur Zeit, Geld und Nerven kosten. Statt sachbezogener Auseinandersetzung und Lösungsfindung dominieren oft Opposition, Besitzstandswahrung, Unbelehrbarkeit, Realitätsverzerrung und die Emotionalisierung der Diskussion. Am Schluss ist dann derjenige der Schuldige, der auf einen Missstand hingewiesen hat oder die dominierende Meinung kritisiert.
    Grund für viele innerkirchliche Konflikte ist die Idealvorstellung einer grossen Familie, in der alle konfliktfrei, harmonisch und gemeinschaftlich entsprechend der Mission der Nächstenliebe handeln. Konflikte versucht man kompromisshaft unter sich zu glätten. Als Kirche muss man schliesslich immer nett sein, Streit oder Kampf vermeiden. Man will primär Gutes tun und kann deshalb nicht hart gegen Einzelne vorgehen, insbesondere wenn diese in privilegierter Stellung oder ehrenamtlich arbeiten. Statt Konflikte zeitnah zu lösen, schwelen sie unter dem Deckel weiter, bis der Topf überkocht.
    Was braucht es? Weniger kollektive Verantwortungslosigkeit in kirchlichen Kuschelgruppen! Mehr mutige Leitungspersonen, die ihre Führungsposition professionell und verantwortungsvoll wahrnehmen! Leider sind die Besten und Klügsten schon entnervt geflüchtet und engagieren sich lieber ausserhalb der Kirche.

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