Für eine faire und nachhaltige Kirche

Am 23. März wurde in der Sitzung der Kirchensynode der reformierten Landeskirche Zürich in Bülach vom fraktionsunabhängigen Synodalen Peter Fischer die Petition «Für eine faire und nachhaltige Kirche – sofortiger Stopp klimaschädlicher Investments und Subventionen von Flugreisen» dem Kirchenrat übergeben. Text: Esther Gisler Fischer.


Foto: Esther Gisler Fischer: Kirchenratspräsident Michel Müller (l) und Synodaler Peter Fischer (r).

 

Unterzeichnet wurde die Petition von 1426 Petitionärinnen und Petitionären.
Die Einsicht in die Anlagestrategie der Landeskirche musste von den Synodalen Karl Stengel und Peter Fischer erst einmal beim Bundesgericht eingefordert werden.

Schon am 25. Juni 2019 hatte die Kirchensynode mit grossem Mehr eine Resolution zum «Handeln gegen den Klimawandel» verabschiedet. Doch ihre Botschaft – «es ist Zeit zu handeln und die Kirche muss ihren Beitrag leisten» – ist bislang offenbar nicht angekommen. Denn bis heute gibt es kein konkretes Umsetzungsprojekt, geschweige denn einen Massnahmenplan.

In seiner Erklärung erklärte Letzterer, dass die Kirche als Teil der Gesellschaft ihre zivilgesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen müsse.

Die Forderungen der Petition sind:

  • Der Kirchenrat muss endlich die berechtigten Klimaanliegen einer breiten Bevölkerungsgruppe ernst nehmen – und in allen Handlungsfeldern die sofortige und konsequente Umsetzung sozialer, ethischer und ökologischer Anliegen sicherstellen.
  • So muss im Anlagereglement der Landeskirche formuliert werden, dass sie als Investorin aktiv auf Firmen einwirken wird.
  • Es sollen keine Investments in Firmen getätigt werden, deren Geschäftstätigkeit mit einem Erwärmungspotenzial über dem Minimalziel von 2 Grad des Pariser Klimaabkommens verbunden ist (basierend auf dem Rating von Globalance World).
  • Der Kirchenrat hat Richtlinien zu erlassen, die sicherstellen, dass (a) Reisen der Gesamtkirchlichen Dienste bzw. von Kirchgemeinden (Aus- und Weiterbildung, Bildung, Kultur usw.) nicht mit klimaschädlichen Flugreisen erfolgen und (b) namentlich Vergünstigungen von solchen Reisen aus Steuermitteln ausgeschlossen sind.
  • Die Kirchgemeinden sollen zur Umsetzung der Klimaresolution bei der Einführung eines Umweltmanagementssystems aktiv unterstützt werden.

Die Unterschriftenliste mit den Namen der Unterzeichnenden wurde dem Kirchenratspräsidenten Michel Müller übergeben. Eine Reaktion seitens es eines der Mitglieder des Kirchenrats erfolgte nicht. Es herrschte Schweigen im sprichwörtlichen Walde.

Im Folgenden noch ein paar wenige Statements einzelner Unterzeichnenden:

„Ich habe unterzeichnet …

  • weil die Kirchen wieder Verantwortung übernehmen müssen.
  • weil die Kirche bei der Bewahrung der Schöpfung vorangehen muss.
  • Wer, wenn nicht meine Kirche, hält sich an ethische Gebote und schützt die Schöpfung?
  • Weil Kirche und Mammon irgendwie nicht zusammen passen. Christlichkeit sollte gelebt werden – mit Verantwortung für ALLE Menschen, auch im ‚globalen Süden‘ und für die künftigen Generationen.
  • Bewahrung der Schöpfung bedeutet auch, sein Portfolio entsprechend zu gestalten.

Man kann gespannt sein, wie es nun weitergeht.

Esther Gisler Fischer

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