Sexualität zwischen Sünde und siebtem Himmel

Unter dem Titel „Sexualität zwischen Sünde und siebtem Himmel – Perspektiven einer evangelischen Sexualethik“ stellte die SEK-Frauenkonferenz am 23. Okt. in Bern Fragen nach dem Proprium einer evangelischen Sexualethik und wie eine Kultur gefördert werden kann, die Grenzverletzungen verhindert.

 Frauensynode

Prof. Dr. Andrea Bieler plädierte für Differenziertheit und Sensibilität bei diesen Fragen. Das Spannungsfeld in diesem Bereich bewege sich zwischen der Verteufelung der Sexualität, wie wir sie schon seit dem Kirchenvater Augustinus kennen und der Verherrlichung, beziehungsweise Überhöhung. Ein dritter Weg dazwischen sei gekennzeichnet durch die Koordinaten eines historisch-kritischen Schriftverständnisses, der Reflexion von Erfahrungen, ethischen Kriterien und dem Dialog mit anderen Wissenschaften. In den biblischen Quellen finde sich keine ausformulierte Sexualethik. Dennoch habe sich die Frage nach dem Standpunkt in Bezug auf die Homosexualität zu einer Art modernem Fetisch entwickelt. Dabei müsse die Taufe als Ausdruck des ‚zu Christus gehörig‘ der vorrangige Identitätsmarker eines Christenmenschen sein, zudem das doppelte Liebesgebot plus die eschatologische Perspektive, welche auch nicht nach der Geschlechtsidentität frage. Denn sexuelles Begehren könne sehr divers sein, das sei anzuerkennen und eine ‚Ambiguitätssensibilität‘ zu entwickeln. Gelingende Sexualität setze Freiwilligkeit und Konsensualität voraus, sowie Respekt vor der Einzigartigkeit des Gegenübers. Im Idealfall befänden sich die Verwirklichkeitschancen im selben Umfang zwischen den Partnern und werde Sexualität als lebensdienlich wahrgenommen. Die Referentin beschrieb den Menschen als sexuelles Wesen seit Geburt an, welches auf Bindung und Kommunikation angelegt sei. Die Erforschung neuronaler Bahnen im Körpergedächtnis durch die Neurowissenschaften zeigten dies deutlich. Die Leiblichkeit sei als Dimension des Glaubens unbedingt einzubeziehen.

In den anschliessenden Workshops widmeten sich die Teilnehmenden den Themen Prostitution;u#MeToo und den Erkenntnisse der Bibelforschung

4 Kommentare:

  1. Wie bitte ist der folgende Satz zu verstehen: „Dennoch habe sich die Frage nach dem Standpunkt in Bezug auf die Homosexualität zu einer Art modernem Fetisch entwickelt.“
    Hat der Standpunkt mit der Zuweisung des Begriffs „Fetisch“ zu tun oder gibt es je nach Standpunkt verschiedene „Fetische“?

  2. Esther Gisler Fischer

    Sehr geehrter Herr Krebser

    Der von Ihnen zitierte Satz ist so zu vestehen, dass der Standpunkt zu Homosexualität (gut oder schlecht etc.) zum ‚Pièce de résistance‘ für den Glauben genommen wird.
    Den Vortrag von Frau Prof. Bieler, wie auch weitere Materialien zur Tagung finden Sie unter diesem Link:
    https://www.kirchenbund.ch/de/kirchenbund/frauenkonferenz

    Freunldich grüst Sie
    Esther Gisler Fischer.

  3. Na dann, träumen Sie ruhig weiter …

  4. Esther Gisler Fischer

    Was meine Sie damit Herr Sommer?

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