Vortrag: Warum schwieg Papst Pius XII.?

aufbruch-Vortrag von Peter Hertel, Theologe, Journalist, Buchautor, war als Radio-Redaktor u.a. für das Judentum zuständig. Bildpräsentation: Christiane Buddenberg-Hertel

Warum schwieg Pius XII.? Der christliche Antisemitsmus und die Folgen.

25. Oktober 2021, 19.00 Uhr, Predigerkirche, Totentanz 19, Basel.
In Kooperation mit der Christkatholischen Kirchgemeinde.

Eintritt frei und nur mit gültigem Corona-Zertifikat. Kollekte.


Teilnehmer der Seelisberger Konferenz 1947 diskutieren. © ARCHIV FÜR ZEITGESCHICHTE ETHZ (AFZ): IB JUNA-ARCHIV / 853)

Über kirchenpolitische Auseinandersetzungen hinweg waren sich viele Päpste und weltliche Herrscher in ihrem Antijudaismus einig. Im christlichen Bewusstsein waren die Juden die Unterlegenen, die zu taufen seien. Die Christen wären als Erben einer ermordeten jüdischen Welt übriggeblieben. Die deutschen Nationalsozialisten griffen die tiefsitzenden, Jahrhunderte alten Vorurteile gegen die Juden gern auf. Kirchenleute applaudierten ihnen oder ignorierten weitgehend den ihnen bekannten Holocaust. Im Mittelpunkt der Kritik steht das Schweigen des Papstes Pius XII. Durch die im März 2020 erfolgte, vorzeitige Öffnung des vatikanischen Geheimarchivs zu Pius XII. (1939-1958) wurde die Diskussion, auch um die geplante Seligsprechung dieses Papstes, neu belebt.

In seinem bebilderten Vortrag skizziert Peter Hertel die christlich-jüdische Geschichte in Westeuropa sowie Traditionslinien zwischen dem politisch-sozialen Rassen-Antisemitismus und dem Antijudaismus, der für ihn eine Wurzel der Schoah war. Nicht die Theologie, sondern die Katastrophe von Auschwitz brachte die Wende, wie es bereits 1947 auf einer Konferenz in Seelisberg (Bild) sichtbar wurde. Ihr Umdenken beflügelte einen radikalen Neustart auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil. In den Kirchen von heute, so der Autor, sei die christliche Judenfeindschaft überwunden. Belastende Irritationen gebe es aber weiterhin.

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