Schreibt Weltgeschichte!

Der Frauenstreik vom letzten Freitag setzte wichtige Zeichen für die pitoyable Situation der Frauen in der Kirche. Nun gilt es, dran zu bleiben.

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Quelle: @frauenstreikCH

Die vielfältigen Aktionen des Frauenkirchenstreiks vor wenigen Tagen haben erneut klargemacht: Keine Religionsgemeinschaft darf Frauen diskriminieren. Die Realität aber sieht anders aus. Frauen werden beim Zugang zu religiösen Ämtern in vielen Religionsgemeinschaften diskriminiert. Wie sattsam bekannt, verwehrt die römisch- katholische Kirche Frauen wegen ihres Geschlechts den Zugang zum Priesteramt.

Und der Staat schaut zu, wie Rechtsprofessorin Denise Buser in einem Beitrag für das Magazin Neue Wege feststellt. Die Verantwortlichen in Politik und Recht gehen diskussionslos davon aus, dass das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften mehr gilt als das Gleichstellungsprinzip. Das muss sich ändern.

Einen Hebel bietet das UNO-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. Es verpflichtet die Staaten, geschlechterdiskriminierende Praktiken von öffentlichen Einrichtungen – juristisch gehören Kirchen mit öffentlich-rechtlicher Anerkennung dazu – zu verhindern. Da es keine triftigen Gründe für den Ausschluss der Frauen von Leitungsämtern gibt, ist dieser Ausschluss nicht mehr zu rechtfertigen. Den Weg zur Zulassung von Frauen zu Leitungsämtern müssen die Kirchen aber selber finden. Ein kleiner Lichtblick ist die neue Kirchenverfassung der Basler Katholiken: Als erste weltweit hält sie seit Juni dieses Jahres fest: «Bei der Besetzung der Leitung der Pfarrei ist die Gleichstellung von Mann und Frau insbesondere in Bezug auf gleiche Arbeitsbedingungen und gleichen Lohn gewährleistet.»

Mit dieser Basler Gleichstellungsbestimmung im Rücken eröffnet sich für die Schweizer Bischöfe eine ungeahnte Chance: Werdet Pioniere. Zeigt Eigeninitiative und leitet Schritte zur Frauenordination in der Schweiz ein. Schreibt Weltgeschichte!

1 Gedanke zu „Schreibt Weltgeschichte!“

  1. Ich habe in Basel am kirchlichen Frauenstreik teilgenommen und war schon etwas enttäuscht, dass wir nur 60 Frauen waren. Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass auch für Frauen meiner Generation diese Anliegen kein Thema sind. Ich bin dankbar, dass es in unserer Stadt aber auch Pfarreien gibt, wo die Gleichstellung ein Thema ist. Helen Heierle-Suter (1934)

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